Der Garten – ein Stück Lebensqualität
Planung, Vorarbeiten
Gartenkultur hat im Ostallgäu Tradition; Gärten und Obstwiesen prägen viele Dörfer. Neue Gärten sollten sich daran orientieren, um nicht wie Fremdkörper zu wirken. Kostenlose fachliche Beratung zur Gartengestaltung und zu naturnahen Gärten erhalten Sie bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt sowie bei Ihrem Gartenbauverein. Die Kreisfachberatung ist telefonisch unter 08342-911-380 bzw. -326 erreichbar; bitte vor einem persönlichen Besuch einen Termin vereinbaren. Bei Bedarf ist auch eine Beratung vor Ort möglich.
Haus und Garten zusammen planen
Die Gartenplanung beginnt mit der Hausplanung. Überlegen Sie, wie der Garten genutzt werden soll und welche Elemente allen Bewohnern dienen. Sichtbeziehungen zwischen Haus und Garten (Blick aus dem Haus in den Garten und umgekehrt) sollten frühzeitig mitgedacht werden.
In der Bauphase
Flächen, die während der Bauzeit als Zufahrt oder Lagerplatz dienen, sollten vor Baubeginn vom Humus befreit und dieser seitlich gelagert werden. Vor der Humusausbringung müssen Bauschutt entfernt und verdichtete Stellen gelockert werden. So vermeiden Sie Staunässe, Pflanzenausfälle und spätere aufwändige Bodensanierungen.
Elemente des Gartens: Wege, Zufahrten, Eingangsbereich
Das Wohnhaus sollte so platziert sein, dass die Garage nahe an der Straße liegt, um lange, versiegelte Zufahrten zu vermeiden. Grundsatz: Nur so viel Fläche befestigen wie nötig und möglichst versickerungsfähige Beläge wählen, damit Regenwasser ins Grundwasser gelangt. Größere versiegelte Flächen erfordern Entwässerungsanlagen und ggf. Kanalanschluss – das verursacht Kosten. Das Ableiten von Oberflächenwasser auf öffentliche Flächen ist nicht erlaubt. Sparsame, nach unten gerichtete Beleuchtung mit kleinem Strahlradius senkt Kosten und verringert Lichtverschmutzung, die besonders Insekten schadet.
Sitzplatz
Sitzplätze für Frühstück im Freien oder Abendsonne gehören zu jedem Garten. Sie sollten windgeschützt und passend zur gewünschten Nutzung nach Himmelsrichtung ausgerichtet sein. Windschutz lässt sich etwa durch vertiefte Anlage, Rankwände mit Kletterpflanzen oder Hecken erreichen.
Spielmöglichkeiten für Kinder
Kinder brauchen Platz und Anregungen zum Spielen: Rasen, Schaukel, Sandkasten und versteckte Ecken für ungestörtes Spiel. Solche Ecken entstehen leicht durch Sträucher, Erd- und Steinwälle oder Findlinge. Überlegen Sie, wie viel Rasen wirklich nötig ist: Er braucht viel Pflege und Wasser und bietet kaum Lebensraum für Tiere. Hecken, Blumenwiesen oder Beerensträucher – vor allem am Rand – erleichtern die Pflege und bereichern die Natur.
Pflanzen
Pflanzen prägen den Gartencharakter. Für jeden Standort – sonnig oder schattig, feucht oder trocken – gibt es passende Kombinationen aus Stauden, Gräsern und Sträuchern. Trockenheitsliebende Arten erleichtern die Pflege in heißen Sommern und sparen Wasser. Schattige Aufenthaltsbereiche unter Bäumen steigern den Komfort. Obstbäume gehören in jeden Garten; für jede Gartengröße gibt es geeignete Sorten, z. B. platzsparendes Spalierobst an Hauswänden. Heimische Sträucher sind wertvolle Nahrungsquellen für Insekten und Vögel.
Wasser im Garten
Planen Sie frühzeitig eine Regenwassernutzung, idealerweise mit einer Zisterne, deren Lage bereits beim Aushub festgelegt wird. Das Volumen hängt von Gartengröße und Nutzung ab. Wasser ist auch ein wichtiges Gestaltungselement: vom kleinen Trog mit Wasserpflanzen über Vogeltränke oder Sumpfbeet bis zum Gartenteich – möglichst gespeist mit Regenwasser aus der Zisterne.
Einfriedungen
Einfriedungen sind im Innenbereich genehmigungsfrei, wenn sie örtlichen Vorschriften entsprechen, im Kreuzungs- oder Einmündungsbereich öffentlicher Verkehrsflächen höchstens 1,0 m und zum Nachbargrundstück höchstens 2,0 m hoch sind. Sonst ist eine Genehmigung nötig. Im Außenbereich sind Einfriedungen meist nicht oder nur mit Genehmigung zulässig. Lassen Sie zwischen Boden und Zaun etwa 10 cm Abstand, damit z. B. Igel in den Garten gelangen können. Traditionell werden im Alpenvorland Staketenzäune aus unbehandelten Holzlatten verwendet.
Stand 02/2026